DIE CHEMIEFALLE
2006, 44 Min., DVCpro, 16:9
Buch und Regie: Claus Hanischdörfer
Kamera: Hubert Ersinger
Schnitt: Margit Hinz
Ton: Dirk Rohde
Redaktion: Tilman Achtnich
Leitung: Kai Henkel
Produktion: SWR Stuttgart

 

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Bisherige Ausstrahlung: SWR, ARD-Digital, PHOENIX, 
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INHALT
Im Naturparadies Alpen stehen Forscher vor einem Rätsel. Im Thuner See beobachten Fischer mysteriöse Missbildungen an den Geschlechtsteilen der gefangenen Fische. Unter Verdacht: Chemische Stoffe, die in kleinen Mengen in die Umwelt gelangt sind, dort aber wie Hormone wirken. Welche Gefahr droht dem Menschen? Hormonaktive Chemikalien bestimmen unseren Alltag: Sie stecken in Plastik, Kosmetik, Medikamenten oder Pflanzenschutzmitteln.
Wissenschaftler machen weltweit alarmierende Beobachtungen: Fische verweiblichen, Kaulquappen entwickeln sich nicht mehr zum Frosch und Eisbären bringen plötzlich immer mehr Zwitter zur Welt. 
Der Film zeigt Auswirkungen von hormonaktiven Chemikalien. Ist die zehn Monate alte Lilly ein Opfer dieser Substanzen? Sie ist weder Junge noch Mädchen. Oder Oliver J.? In seinem Ejakulat finden sich keine Spermien.
 Zufälle oder Vorboten einer bedrohlichen Entwicklung?

 

PRODUKTIONSNOTIZEN
Aufmerksam wurde ich auf dieses Thema durch eine Meldung des WWF. "Kinder oft stärker mit Chemikalien belastet als Mütter". In einer Studie wurden dabei 73 bedenkliche Schadstoffe im Blut europäischer Familien entdeckt. Die Chemieindustrie antwortete darauf: "Die Aktion des WWF zeigt im Prinzip nur, dass sich die Empfindlichkeit der chemischen Analytik immer weiter verbessert." Der Konflikt für einen Film war also geboren. Erschreckend für mich war die Tatsache, dass sich oftmals bei Kindern durchschnittlich mehr chemische Stoffe nachweisen lassen als bei den Müttern. Da das Thema "Gefahren durch Chemie" uferlos ist, schränkten mein Redakteur, Tilman Achtnich, und ich die Geschichte auf hormonaktive Substanzen ein. Hier lauern meines Erachtens nach die größten Gefahren im Verborgenen, außerdem ist die gesetzliche Kontrolle dieser Stoffe unter aller Kanone! Die Dreharbeiten mit den Wissenschaftlern liefen sehr gut, mit der chemischen Industrie - wen wundert's - etwas zähflüssiger.

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