PANIK IM NACKEN
Wenn Angst krank macht

2009, 29 Min., Digi-Beta, 16:9
Buch und Regie: Claus Hanischdörfer
Kamera: Sebastian Georgi
Schnitt: Nicola Gündner
Ton: Alexander Ott, Jürgen Schwarz
Redaktion: Kai Henkel
Produktion: SWR Baden-Baden

<zurück>

bisherige Austrahlung: SWR, ARD-Digital, 3sat
AUSSCHNITT>

 

INHALT
Angst kennt jeder. Krankhaft wird es, wenn die Angst einem ständig im Nacken sitzt und außer Kontrolle gerät. Es müssen nicht immer die großen Katastrophen sein, die Menschen an den Rand der Verzweiflung bringen. Manche glauben im Einkaufszentrum sterben zu müssen, für andere lauert der Horror in der U-Bahn oder eingeschlossen im Auto.
Eva konnte von einem auf den anderen Tag nicht mehr mit der U-Bahn fahren, Frank scheut den Kontakt mit Menschen und Hans-Dieter sitzt die Panik beim Autofahren im Nacken.
Es trifft Junge und Alte. Die Angst lähmt und bestimmt den Alltag. Finden diese Menschen aus der Panikspirale heraus, zurück in ein erträgliches Leben? Der Weg aus der Angst führt durch die Angst, sagen Angstexperten. Die Reportage begleitet drei Angstpatienten durch Alltag und Therapie.

PRODUKTIONSNOTIZEN
Ursprünglich wollte ich eine Reportage rund um die Böblinger Angstselbsthilfegruppe machen. Leider konnte eine der Protagonistinnen nicht am Film teilnehmen, weil ihr Anwalt von einem öffentlichen Auftritt abgeraten hatte. Dadurch war ich gezwungen, relativ kurzfristig nach neuen Angstpatienten zu suchen. Sehr hilfreich waren dabei die MASH (die Selbsthilfegruppe in München) und die Angstambulanz in Göttingen.
Produktionstechnisch und gestalterisch war klar, dass wir die formalen Vorgaben einer Reportage nicht in Reinkultur für dieses Thema übernehmen konnten. Da die Angst der Betroffenen nicht wirklich äußerlich sichtbar wird, waren wir gezwungen auf audio-visuelle Stilmittel zurückzugreifen, die das Innenleben der Protagonisten adäquat darstellen. Schon beim Dreh benutzten wir deshalb für manche Szenen ein Fischaugenobjektiv und unterlegten diese Bilder im Schnitt mit einem dezenten Sounddesign. Dabei haben wir darauf Wert gelegt, dass diese Szenen sparsam eingesetzt werden und die typischen, beobachtenden Reportage-Gestaltungselemente nicht zu sehr in den Hintergrund drängen.
 

<zurück>