STROM OHNE ATOM
Wie wir den Ausstieg schaffen
2011, 43 Min., XDCam, 16:9
Ein Film von Tilman Achtnich, Claus Hanischdörfer, Stefan Maier, Hanspeter Michel und
Thomas Reutter
Kamera: Christoph Lüpkemann, Drago Radosavljevic, Tobias Sautter, Nico Wöhrmann
Schnitt: Florian Daferner
Animation: Martin Winkler
Musik: Andreas Wetter
Tonmischung: Benjamin Krause
Redaktion: Harald Schibrani

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Erstausstrahlung: 08.06.2011 im ERSTEN
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INHALT
So viel Energie steckte noch nie in der Diskussion um die Zukunft. Die Frage ist nicht mehr, ob wir die Atomkraftwerke abschalten können, sondern wie und wie schnell. 2022, 2020? Oder gar 2015, wie Gutachten renommierter Experten nahelegen.
Prof. Olav Hohmeyer vom Zentrum für nachhaltige Energiesysteme in Flensburg ist sicher, dass bereits ab Anfang 2015 Deutschland zu jedem Zeitpunkt ohne Atomstrom versorgt werden kann, auch ohne Zukäufe aus dem Ausland. Es gebe keine regionalen Versorgungsengpässe und auch zu Zeiten der Jahreshöchstlast - meist einem Abend im Dezember - ist Strom für jeden Verbraucher in Deutschland gewährleistet. Die Kosten? Das Abschalten aller Atomkraftwerke in Deutschland wird den Durchschnittshaushalt allenfalls um einige Euro im Monat belasten.
Für einen Zeitraum werden wir Kohle- und Gaskraftwerke vermehrt nutzen müssen, mit erhöhtem CO2-Ausstoß für einige Jahre. Danach wird die Klimabilanz aber wesentlich besser aussehen, als die Politik sie bisher geplant hat. Deutschland könnte spätestens 2050 seinen Strom komplett regenerativ herstellen. Mit politischer und gesellschaftlicher Bereitschaft ist dieses Ziel aber schon wesentlich früher zu erreichen.

 

PRODUKTIONSNOTIZEN
Schon 2008 wollte ich einen Film über den Schwindel der "billigen" Atomkraft machen, aber das Projekt wurde auf Eis gelegt. Im vergangenen Jahr arbeiteten Thomas Reutter und ich an einem gemeinsamen Projekt, das die Lobbyarbeit der Atomindustrie durchleuten sollte. Aber erst nachdem Reaktorunglück in Fukushima und der plötzlichen Energiewende der Bundesregierung war das Thema plötzlich hochaktuell. Die ARD wollte möglichst schnell einen Film, der die Fragen beantwortet: wie schaffen wir den Ausstieg schaffen, und was kostet es uns? Da ich zu diesem Zeitpunkt bereits mit anderen Projekten eingedeckt war und auch kein anderer Autor uneingeschränkt Zeit hatte, wurde der Film in mehrere Hände gelegt. Während Thomas Reutter, Hanspeter Michel, Stefan Maier und ich an verschiedenen Orten in Deutschland drehten, hielt Tilman Achtnich inhaltlich die Fäden in der Hand und kümmerte sich um den Schnitt. Er und der Cutter Florian Daferner trugen den Löwenanteil dazu bei, dass der Film trotz zahlreicher Schauplätze und Protagonisten, thematisch stringent erzählt wurde und das klare Statement für einen möglichst schnellen Ausstieg aus der Kernkraft unterstreicht.
Während der Dreharbeiten spürte ich eine enorme Aufbruchsstimmung bei den Verantwortlichen für erneuerbare Energien. Ich bin davon überzeugt, dass die Energiewende machbar ist, wenn man sie konsequent durchzieht.

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