TATORT FAMILIE
Gewalt in der Beziehung

2006, 43.30 Min., Digi Beta, 16:9
Buch und Regie: Claus Hanischdörfer
Kamera: Axel Frank
Schnitt: Margit Hinz
Ton: Dirk Rohde
Redaktion: Tilman Achtnich
Leitung: Kai Henkel
Produktion: SWR Stuttgart

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Bisherige Ausstrahlung: SWR, EinsExtra (ARD-Digital), Phoenix
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INHALT
Mitten unter uns werden Frauen gequält, gedemütigt und geschlagen. Es passiert überall dort, wo sich Menschen eigentlich sicher fühlen. Jede vierte Frau in Deutschland hat schon einmal körperliche oder sexuelle Gewalt in den eigenen vier Wänden erlebt.
Armin B. (Name geändert) hat seine Frau im Streit erwürgt. Als seine Frau ihn verlassen wollte, rastete er aus. Barbara H. hat ihren Mann überlebt. Sie erlitt 12 Jahre lang physische und psychische Gewalt. Svenja und Dejan versuchen ihre gewalttätige Beziehung in den Griff zu kriegen. Sie ist schwanger. Beim Täter-Opfer-Ausgleich legen die Sozialarbeiter den Finger tief in alte Wunden.
Polizisten werden speziell für Einsätze bei Gewalt im "sozialen Nahbereich" geschult. Netzwerke gegen häusliche Gewalt, wie in Stuttgart sollen das Schlimmste verhindern. Aber funktioniert das wirklich? Wie gefährlich ist die eigene Familie? Der Film untersucht den "Tatort Familie", fragt nach Ursachen und Folgen von häuslicher Gewalt.

 


PRODUKTIONSNOTIZEN
Die Entscheidung für dieses schwierige Thema fiel bereits im Sommer 2006. Nach 15 Monaten war der Film endlich fertig. Eine Zeit, in der ich zeitweise den Respekt vor meinen Geschlechtsgenossen verlor. Da ich im Film auch die Tätersicht haben wollte, begann ich meine Recherche in verschiedenen Männergruppen. Keiner war anfangs bereit offen vor die Kamera zu treten - es gab sogar Gruppen, die verweigerten mir die Teilnahme zu Recherchezwecken. Stark genug, um die Frau zu prügeln, aber dann nicht "Mann" genug, um seinen Fehler einzugestehen!
Die Recherche war von zahlreichen Rückschlägen geprägt. Erst nach rund zehn Monaten hatte ich entsprechend gute Fälle beisammen, um Täter- und Opferseite adäquat abzudecken. Zwischendurch erhielt ich immer wieder Absagen, was ich bei diesem Thema, natürlich verstehen konnte - so war ich ständig hin- und hergerissen zwischen Verständnis für die potentiellen Protagonisten und dem Druck irgendwann ein gutes Filmkonzept vorlegen zu müssen.
Letztendlich ist es aber doch noch gelungen, einen guten Film zu realisieren, dank sehr guten Mitwirkenden und der Hilfsbereitschaft verschiedener Polizeidienststellen sowie der Stuttgarter Ordnungspartnerschaft "STOP".
Auch wenn ich Filme mit "Message" eigentlich nicht so mag, bei diesem ist es mir ein starkes Anliegen: Gewalt darf niemals privat bleiben und muss geächtet werden! 

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