... UND VERGIB MIR MEINE SCHULD
Ein Mörder studiert Theologie

2008, 29 Min., DVCpro, 16:9
Buch und Regie: Claus Hanischdörfer
Kamera: Holger Priem
Schnitt: Margit Hinz-Eberhardt
Ton: Michael Merkel
Redaktion: Mechthild Rüther
Produktion: SWR Baden-Baden
Ausgezeichnet mit dem "Prädikat besonders wertvoll" beim KATHOLISCHEN MEDIENPREIS 2009

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Bisherige Ausstrahlung: ARD, SWR, PHOENIX, MDR

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INHALT
Er arbeitet tagsüber als Redakteur für eine Zeitschrift - und nach Feierabend für sein Theologiestudium; beides hinter Gittern. Sascha Ball sitzt im Hochsicherheitsgefängnis in Diez, Rheinland-Pfalz. Er ist 39 Jahre alt und wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.
Er wirkt sympathisch und freundlich, aber er hat eine dunkle Vergangenheit. Während unserer Dreharbeiten jährte sich die Tat zum 13ten Mal. Die Augenblicke, die Leben zerstören, hatte er jahrelang verdrängt. Jetzt kann er wieder darüber sprechen und versucht seine Tat aufzuarbeiten.
Dennoch: seine Tat ist nicht mehr rückgängig zu machen, aber bleibt die Schuld auch lebenslänglich? Mit seinem Theologiestudium sucht er Antworten auf diese und andere persönliche Fragen.
Der Film begleitet den Häftling Sascha Ball in seinem Gefängnisalltag und zeigt Einblicke in die lange verschlossene Innenwelt eines reuigen Täters.

 

PRODUKTIONSNOTIZEN
Wie begegnet man einem Mörder? Mit welcher Haltung macht man ein Porträt über ihn, ohne dass man damit sein Opfer, bzw. andere Opfer von Gewalttätern beleidigt? Das waren für mich die schwierigsten Fragen, nachdem meine Redakteurin, Mechthild Rüther, mich bat über den lebenslang inhaftierten Sascha Ball zu recherchieren. Sascha Ball war schnell damit einverstanden, dass wir einen Film über ihn machen. Es schien ihm wichtig, zusätzlich zu seiner Therapie, mit jemand außerhalb der Knastmauern über seine Geschichte zu sprechen. 
Während der Dreharbeiten versuchte ich offen, aber auch sachlich und kritisch dem Mörder gegenüber zu treten. Es gelang mir nie, seine grauenhafte Tat zu vergessen, dennoch habe ich einen liebenswürdigen Menschen getroffen, der auf eine neue Chance hofft.
Es war mir von Anfang an klar, dass ich mit Sascha Balls Lebensgeschichte mehr Fragen aufwerfe als ich beantworten kann. Letztlich habe ich den Film so gestaltet, dass der Zuschauer sich ein eigenes Bild  machen kann, und dabei hoffentlich ähnlich ambivalente Gefühle für Sascha Ball entwickelt, wie ich das während der Arbeit an diesem Film getan habe.
 

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